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23.06.17

Kleiner, günstiger, realistisch

Alternativ-Konzept für „Leben im Alter“

Altenwohnungen im Finkenweg
Erhard Thölke
Hartmut Henschel

Eine Wohnanlage, abgestimmt auf die Bedürfnisse von Senioren, die auch im Alter in Hohne leben wollen – das ist die Idee des Projekts „Leben im Alter“. Der aktuelle Entwurf von Architekt Hans-Hermann Köhler und der zuständigen Arbeitsgruppe sieht unter anderem zwölf Wohnungen sowie Kosten von bis zu 2,2 Millionen Euro vor. Das passende Grundstück muss erst noch gefunden werden.

Dabei könnte es nach Ansicht der SPD-Fraktion deutlich einfacher und kostengünstiger gehen. Zusammen mit Hohnes ehemaligem Bürgermeister Erhard Thölke und einem erfahrenen Bauingenieur haben die SPD-Ratsmitglieder Karin Alpers, Hartmut Hentschel und Holger Preißler ein alternatives Konzept für eine Seniorenwohnanlage entwickelt. „Warum das Vorhandene nicht sinnvoll nutzen und ergänzen?“, nennt Thölke als Leitmotiv für die Planung.

Das Vorhandene ist in dem Fall ein Grundstück am Finkenweg in Hohne. Dort wurden 1985 vier Wohneinheiten für Senioren, die noch selbstständig leben können, errichtet. Auf dem gemeindeeigenen Grundstück ist zu beiden Seiten noch Platz. Der Entwurf der SPD-Fraktion sieht vor, dort ein Gebäude mit drei Wohnungen für Senioren sowie ein Gemeinschaftshaus zu errichten. Die Betreuung – wenn nötig und gewünscht – könne in den eigenen vier Wänden durch die Sozialstation sichergestellt werden. „Wir wollen für die Idee werben und einen sinnvollen Kompromiss finden“, sagt Hentschel.

Die Planung berücksichtigt den Umstand, dass unter dem Grundstück eine Ölleitung verläuft. „Beim Bau muss man dazu drei Meter Abstand halten“, erläutert Hentschel. Trotzdem sei ausreichend Platz für mindestens drei Wohneinheiten, wie die Zeichnungen des Bauingenieurs verdeutlichen. Die Kosten schätzt der Planer auf rund 600.000 Euro.

Die SPD-Fraktion lobt die Ideen der Hohner Arbeitsgruppe, die sich seit 2013 mit dem Projekt „Leben im Alter“ befasst. „Die Gruppe hat sich toll engagiert und wir stehen voll dahinter“, lobt Hentschel. Die SPD-Ratsmitglieder sind sich einig, dass eine Seniorenwohnanlage sinnvoll ist und benötigt wird. „Das ist unstrittig“, betont Hentschel. Mit dem aktuellen Entwurf der Gruppe, der zwölf Wohnungen, vier Nebengebäude und eine Freilichtbühne beinhaltet, sei man jedoch „etwas über das Ziel hinausgeschossen“. „Die Anlage ist überdimensioniert“, stellt Hentschel klar. Auch Thölke ist überzeugt: „Der Bedarf ist gar nicht da.“

Hinzu komme, dass sich die Kosten bei dem Millionen-Projekt letztlich auf die Mietpreise niederschlagen würden. „Wer in Hohne kann sich das leisten?“, fragt Thölke. Quadratmeterpreise von bis zu 10 Euro seien im Gespräch. Der Hohner verweist auf die schon errichteten Seniorenwohnungen am Finkenweg: „Dort liegt der Quadratmeterpreis unter fünf Euro.“

Den drei Hohner SPD-Ratsmitgliedern ist es wichtig, das Projekt „Leben im Alter“ aus neuer Perspektive zu betrachten und auch Alternativen zu einem kompletten Neubau zu berücksichtigen. „Wir wollen das Dorf voranbringen“, sagt Hentschel.

Textquelle: CZ, 23.06.2017
Bildquelle: HP, Gemeinde Hohne