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7.09.18

Rückschlag für Wohn-Projekt in Hohne

Auch im fortgeschrittenen Alter soll die Gemeinde Hohne für die Bürger eine Heimat bleiben: Mit diesem Ziel war die Arbeitsgruppe "Leben im Alter" 2013 gestartet. Es gab erste Befragungen, danach wurden die Ergebnisse ausgewertet und erste Ideen zum Wohnen im Alter entwickelt. Zuletzt waren sogar schon konkrete Standorte in Augenschein genommen worden. Und nun? Wie berichtet, sind die Pläne wegen der angespannten Haushaltslage vorerst auf Eis gelegt worden. Das vorläufige Aus für das Projekt hat im Ort Bedauern ausgelöst. Nicht unumstritten ist aber, wie es weitergehen soll und welche Orte potenziell für eine altersgerechte Wohnanlage in Frage kommen.

Dieter Post ist der Mann der ersten Stunde, war von Beginn an Vorsitzender der Arbeitsgruppe. "Wir wollten eine Heimstatt für ältere Leute schaffen, mit betreutem Wohnen und weiteren Angeboten", sagt Post rückblickend. "Aber wenn die Gemeinde kein Geld hat, läuft das nicht." Somit sei unter den Mitgliedern schnell Einigkeit erzielt worden, dass die Zukunftswerkstatt aufgelöst wird. "Wir wollten nicht ins Leere planen", erklärt Post.

Ende vergangenen Jahres hatte die Gruppe prüfen lassen, ob ein Resthof in Hohnes Ortsmitte entsprechend umgestaltet werden kann. „Es ist der ideale Standort“, hatte Post damals der CZ gesagt. Das sieht er auch heute noch so. "Für mich hat eine Anlage in der Ortsmitte Priorität, um den Bewohnern die Wege für Erledigungen so kurz wie möglich zu halten", so Post.

Hohnes Bürgermeisterin Christa Harms (CDU) hofft nun, im Bürgerverein, der noch Ende dieses Jahres gegründet werden könnte, die erarbeiteten Ideen fortzusetzen. Harms hat bereits eine Unterschriftenliste gestartet, um Mitglieder zu gewinnen. Auch die Bereitschaft, im Vorstand mitzuarbeiten, sei im Ort vorhanden. Die Bürgermeisterin kann sich als Standort auch eine Wohnanlage im Umfeld des neuen Gewerbegebietes vorstellen. Im Juni hatte der Gemeinderat die Pläne für eine Gewerbefläche auf dem Dea-Gelände östlich der Hohnhorster Straße/Ecke Celler Straße mehrheitlich abgesegnet.

"Wir müssen wissen, was so ein Projekt kostet", sagt WGH-Fraktionschef Jörn Künzle. Zudem hätte die Gemeinde mit einem privaten Investor sprechen müssen. Angesichts der Finanzlage sei die Entscheidung, die Arbeit vorerst ruhen zu lassen, aber "folgerichtig". Die Standortsuche sei noch nicht abgeschlossen, sagt Künzle. Der momentane Stillstand sei "schade".

"Es ist immer traurig, wenn Menschen ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen, nur weil sie aus Altersgründen zu Hause nicht mehr wohnen können", sagt Dieter Post. "Trotzdem dürfen wir den Mut nicht verlieren."

(Bericht Cellesche Zeitung vom 7.09.2018 - von Carsten Richter )