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27.09.18

Hochwassergefahr bei Hohne eindämmen

So weit soll es gar nicht kommen: Beim Hochwasser 2013 ist die Wiehe in Hohne über die Ufer getreten. Quelle: Joachim Gries

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller: Das muss nicht sein. Deshalb sichert der NLWKN Überschwemmungsgebiete, wie jetzt aktuell an der Wiehe im Bereich Hohne und Spechtshorn.

Nach dem trockenen und heißen Sommer ist der Wasserstand in den Bächen und Flüssen zur Zeit extrem niedrig. Die Gewässer drohen auszutrocknen. Doch das Thema Hochwasser hat deshalb nichts an Aktualität verloren. Vor einem Jahr sah die Lage schließlich ganz anders aus. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sorgt deshalb vor und sichert Überschwemmungsgebiete vorläufig. Aktuell hat die Behörde Daten der Wiehe im Bereich der Gemeinde Hohne ermittelt.

Das bedeutet: Auf der Grundlage umfangreicher Messungen und Berechnungen, die das NLWKN nun geliefert hat, setzt der Landkreis Celle die Überschwemmungsgebiete endgültig fest. Ein festgesetztes Überschwemmungsgebiet hat laut NLWKN einen entscheidenden Vorteil: „Wer das im Hochwasserfall überschwemmte Gebiet kennt, kann schon im Vorfeld die Schäden minimieren“, sagt Geschäftsbereichsleiter Stephan-Robert Heinrich. Denn fest steht: „Überschwemmungsgebiete werden bei Hochwasser immer überschwemmt.“

Landkreis-Sprecher Tore Harmening erklärt: "Zum Beispiel sind in diesen Bereichen Veränderungen der Geländehöhe, der Umbruch von Dauergrünland, Erstaufforstungen und die Neuerrichtung von Heizölanlagen untersagt." Auch bedeutet die Sicherung von Überschwemmungsgebieten eine Einschränkung bei Bauplanungen. „Außerordentliche Hochwasser werden für die Menschen immer dann zur Katastrophe, wenn sie sich der Hochwassergefahr nicht mehr bewusst sind“, betont Heinrich den präventiven Aspekt der Gebietssicherungen.

Die Messungen, die zur vorläufigen Sicherung von Überschwemmungsgebieten führen, haben Gültigkeit bis zur endgültigen Verordnung. In Bezug auf die Wiehe kam dabei heraus, dass im gesamten Streckenverlauf der Fluss über die Ufer treten kann. Die Wiehe beginnt an der Mündung zum Schwarzwasser im Naturschutzgebiet Müsse und erstreckt sich über gut 7,7 Kilometer stromaufwärts bis zur Celler Kreisgrenze, von wo sie Richtung Groß Oesingen weiterfließt. Über eine Länge von zweieinhalb Kilometern liegen im Überschwemmungsgebiet auch besiedelte Flächen in Hohne und Spechtshorn. Insgesamt umfasst das Überschwemmungsgebiet eine Fläche von 196,5 Hektar.

Ob ein Bereich als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen wird, richtet sich nach einheitlichen Kriterien. Die Grenzen ergeben sich aus einem Hochwasser, das statistisch alle hundert Jahre zu erwarten ist, die sogenannte HQ100-Linie. Angesichts des Klimawandels aber steigt die Gefahr extremer Hochwasser, wie sich in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt hat.

"Derzeit befinden sich 16 Überschwemmungsgebiete im Landkreis Celle in der vorläufigen Sicherung", sagt Harmening. Darüber hinaus werden derzeit drei der acht bereits gesetzlich festgesetzten Überschwemmungsgebiete überarbeitet. Bevor aus einem vorläufig gesicherten Gebiet ein festgesetztes wird, haben Betroffene die Möglichkeit, Stellung zu beziehen. "Bei begründeten Einwendungen ist die Form des Überschwemmungsgebietes entsprechend an die neueren Erkenntnisse anzupassen", erklärt Harmening.

In Niedersachsen müssen Überschwemmungsgebiete an Flüssen auf einer Länge von mehr als 7100 Kilometern überprüft und berechnet werden. Seit 2007 sind rund 6000 Kilometer abgearbeitet, das heißt, sie sind vorläufig gesichert oder schon festgesetzt. Für die endgültige Festsetzung sind die Unteren Wasserbehörden zuständig – die Vorarbeit liefert der NLWKN.

(BEricht Cellesche Zeitung vom 27.09.2018)