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2.11.18

Hohne ohne Weihnachtsmarkt?

Der Weihnachtsmarkt auf dem Hohner Rittergut findet zum 32. Mal statt. Quelle: Alex Sorokin

"Niemand weiß, wie es weitergeht", sagt Karl Ankermann. Der Schriftführer des Vereins Hohner Gewerbetreibende, der sich zum Jahresende auflöst, hofft, dass es auch 2019 einen Weihnachtsmarkt gibt.

Wenn in romantischem Ambiente die Standbetreiber ihre Angebote präsentieren, Jagdhornbläser spielen und Chöre auftreten, ist Weihnachtsmarkt in Hohne. Am Sonntag, 2. Dezember, lädt der Verein Hohner Gewerbetreibende wieder zu der beliebten Veranstaltung ein. Der Weihnachtsmarkt auf dem Rittergut findet mittlerweile zum 32. Mal statt – wie gewohnt am 1. Advent. Doch bei aller Beständigkeit: Seine Zukunft ist ungewiss.

„Niemand weiß, wie es weitergeht“, sagt Karl Ankermann, Schriftführer des Gewerbevereins. Hintergrund ist: Der Verein hat ein Personalproblem, er wird zum Ende des Jahres aufgelöst. „Es ist schade, alle sind gerne dabei“, so Ankermann, „aber es gibt einfach kaum noch Gewerbe in Hohne“.

Ihre Hoffnung, dass es auch zukünftig einen Weihnachtsmarkt in der Gemeinde geben wird, setzen alle Beteiligten auf den Bürgerverein als Nachfolge-Institution, den Hohnes Bürgermeisterin Christa Harms gründen will.

Noch ist nichts in trockenen Tüchern, aber es sind positive Signale zu erkennen: „Es gibt Kandidaten für einen Vorstand, der voraussichtlich im Frühjahr gewählt werden soll“, sagt Harms. Derzeit wird eine Satzung erarbeitet, in der unter anderem auch stehen wird, dass im Bürgerverein das derzeit auf Eis gelegte Projekt „Leben im Alter“ fortgeführt wird. Auch für den Weihnachtsmarkt ist Harms guter Dinge: „Die jetzigen Organisatoren wollen uns im nächsten Jahr unterstützen. Wir wünschen uns einen nahtlosen Übergang.“

1984 wurde der Gewerbeverein als „Hohner Gewerbestammtisch“ ins Leben gerufen, ein lockerer Zusammenschluss ohne Vorstand. Aus dem Gedanken heraus, nicht nur Ideen für Veranstaltungen zu entwickeln, sondern diese auch umzusetzen, wurde 1992 der Verein gegründet. Zu diesem Zeitpunkt war der Weihnachtsmarkt schon fester Bestandteil des Dorflebens – seit 1987 ist er aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. „Es wäre schade, wenn wir das nicht fortführen könnten“, sagt Harms.

Bei Besuchern wie Ausstellern gleichermaßen ist der Weihnachtsmarkt angesagt. Sie kommen aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus. Die Erlöse fließen regelmäßig an Projekte und Einrichtungen in Hohne oder an gemeinnützige Vereine und Organisationen.

Rund 40 Stände auf dem Weihnachtsmarkt warten jährlich mit ihren Angeboten auf. Diesmal ist die Zahl der Anmeldungen noch unter den Erwartungen. „Vielleicht denken einige, dass es keinen Weihnachtsmarkt mehr gibt“, mutmaßt Ankermann. Auch für den lebendigen Adventskalender in diesem Jahr sucht der Gewerbeverein noch Teilnehmer.

Von Carsten Richter - Bericht Cellesche Zeitung vom 1.11.2018